Backbone

Aus Vodafone-Kabel-Helpdesk

Auf dieser Seite werden Fragen zum Backbone von Vodafone Kabel Deutschland beantwortet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Backbone?

Das Backbone ist ein Ringnetz aus Glasfaser, welches die Mehrheit der Kopfstationen von Vodafone Kabel Deutschland mit dem Playoutcenter (POC) in Frankfurt-Rödelheim verbindet. Die bis Anfang 2012 eingesetzte satellitengestützte Übertragung vom POC zu den Kopfstellen wird somit nicht mehr benötigt.

Damit der Großteil des Netzgebiets kostengünstig angeschlossen werden kann, hat die KDG 2011 viele Netze, die z.B. nur 1 oder 2 Orte versorgten an größere Netze im Umkreis angeschlossen. Die bisherigen Kopfstellen in diesen Gebieten übernehmen nun, möglicherweise mit kleinen Unterschieden, die Kabelbelegung der größeren Kopfstelle, werden dadurch zu sog. Cable-PoPs, die größere Kopfstelle schimpft sich nun TV-PoP.

Neben dem POC Frankfurt-Rödelheim gibt es auch ein Ersatz-POC in Kirchheim bei München, das als Backup dient, sollten in Frankfurt schwerwiegende Probleme beim Empfang auftreten. Die Kopfstationen sind in der Regel nicht direkt mit den POCs verbunden, sondern hängen zunächst an regionalen Breitband-PoPs (PoP = Point of Presence). Sämtliche B-PoPs sind mit dem POC Frankfurt sowie dem regionalen POC Berlin verbunden, das Ersatz-POC Kirchheim ebenfalls.

Wieviele Breitband-PoPs gibt es und was ist ihre Aufgabe?

Unseren Informationen zufolge gibt es 24 Breitband-PoPs. Bekannt sind uns 12: Frankfurt am Main, Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Leipzig, Dresden, Nürnberg, Kirchheim, Ludwigshafen, Kaiserslautern und Saarbrücken. Diese Angaben sind ohne Gewähr.

Die Breitband-PoPs sind die Schnittstelle zwischen nationalem Backbone und regionalem Backbone.

Was ist der Unterschied zwischen TV-PoP und Internet/Phone-PoP?

Hinter TV-PoP verbirgt sich die klassische Kopfstation, in der die gesamte Kanalbelegung zusammengestellt wird. Hier befindet sich die Schnittstelle zwischen den IP-Datenströmen des Backbones und den in DVB-C bzw. analog modulierten Kanälen des eigentlichen Kabelnetzes.

Internet/Phone-PoPs (alternativ auch "Cable-PoPs" genannt) sind das Pendant zu den TV-Kopfstationen für den Internet- und Telefonie-Bereich. In ihnen befindet sich das sogenannte CMTS (Cable Modem Termination System), das die Internet-Datenströme aus dem Backbone in DVB-C-Frequenzen nach dem DOCSIS-Standard umsetzt. Gleichzeitig wird der Upstream der angeschlossenen Modems verarbeitet und wiederum ans Backbone weitergeleitet. Insgesamt gibt Vodafone Kabel Deutschland 289 Internet/Phone-PoPs an, statistisch also rund zweieinhalb pro TV-Kabelnetz.[1] Es wird erwartet, dass diese Zahl mit dem weiteren Ausbau des Kabelnetzes noch ansteigt.

An so ziemlich jedem TV-PoP-Standort befindet sich, falls das Netz ausgebaut ist, auch ein Internet/Phone-PoP (CMTS). In Netzen mit mehreren Internet-Phone-PoPs befinden sich diese außerdem an den Standorten, die früher als "übergeordnete BK-Verstärkerstellen" bezeichnet wurden. Hier kann nebenbei die analoge TV- oder Radiobelegung ein letztes Mal verändert werden. Eine inhaltliche Veränderung der digitalen Belegung ist nicht möglich, eine Kanalumsetzung für unausgebaute Gebiete jedoch schon.

Wofür ist das gut?

Durch die neue Netzstruktur war es Kabel Deutschland seinerzeit möglich, den Großteil der signalverarbeitenden Geräte direkt im nationalen POC unterzubringen. Dadurch müssen seitdem in den TV-PoPs nur noch jene Geräte stehen, die für die Einspeisung von vor Ort empfangbaren Sendern erforderlich sind (sofern diese nicht schon an einem anderen TV-PoP empfangen und in das Backbone eingespeist werden) sowie ein sogenanntes Edge QAM, welches die per IP-Multicast ausgesendeten Datenströme aus dem Backbone empfängt und auf die herkömmlichen digitalen Kanäle umsetzt. Ein Edge PAL übernimmt dieselbe Aufgabe für die analogen Programme.

Andersherum können Sender auch im TV-PoP empfangen werden und über das Backbone zu den Playoutcentern und jedem anderen TV-PoP übertragen werden (das nennt sich dann Backhauling). Als überspitztes Beispiel könnte man (technisch gesehen, nicht realistisch!) an der Empfangsstelle Lindenberg das Schweizer Fernsehen SRF 1 empfangen und in Flensburg wieder einspeisen. Praktisch genutzt wird das heute schon bei Regionalsendern, die ihr Signal an eine der TV-PoPs übertragen und von dort aus über das Backbone weiterverteilt werden.

Ein wesentlicher Vorteil für den Netzbetreiber ist auch, dass man durch das Backbone das analoge Angebot auch nach der Abschaltung der analogen Satellitentransponder am 30. April 2012 kostengünstig aufrecht erhalten konnte. Ohne Backbone hätten in jeder Kopfstation Unmengen von Geräten ausgetauscht werden müssen. So müssen die analog einzuspeisenden Sender jetzt nur noch in Frankfurt-Rödelheim zentral zusammengestellt und anschließend über das Backbone übertragen werden (abgesehen von den Netzen die nicht am Backbone hängen). Vom Edge PAL werden sie wieder in analoge Signale umgewandelt.

Außerdem dient das Backbone ganz wesentlich eben auch dazu, Internet- und Telefoniedienste zu übertragen. Die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit steigt durch den redundanten Aufbau des Backbones sowohl bei Internet und Telefonie als auch bei TV und Radio deutlich. Das herkömmliche Testbild gibt es beim Backbone nicht mehr und selbst bei extremen Wetter fallen die bislang über Satellit zugeführten Sender wie RTL, SAT.1 etc. nicht mehr so häufig aus. Es sei denn natürlich, in Frankfurt/Main geht die Welt unter und das Ersatz-POC in Kirchheim bei München springt nicht ein. Die meisten Programme werden schließlich noch immer per Satellit empfangen (wenn auch längst nicht mehr alle), bloß halt nicht mehr an jeder Kopfstelle wie zuvor.

Welche TV-PoPs sind an das Backbone angeschlossen?

Siehe Netze mit Backbone-Anbindung.

Was passierte mit der Ausstrahlung der KDG-Pakete auf ASTRA 3A?

Die Ausstrahlung der KDG-Pakete auf ASTRA 3A (23,5°Ost) wurde am 1. Februar 2012 eingestellt, es ist also nicht mehr möglich, das digitale Kabelangebot über Satellit zu empfangen.

Was ist, wenn mein Netz nicht an das Backbone angeschlossen wurde?

In den Netzen, die nicht an das Backbone angeschlossen wurden, wird ein Satelliten-gestütztes Grundangebot eingespeist, d.h. sämtliche angebotenen analogen und digitalen Programme werden direkt an der Kopfstation via Satellit empfangen. Abhängig vom Ausbaustatus kann dieses Grundangebot in seinem Umfang variieren.

Wieviel Prozent der Kunden sind an das Backbone angeschlossen?

Zahlen vom April 2012 zufolge sind ungefähr 98% der Kunden an das Backbone angeschlossen.


  1. http://www.kabeldeutschland.com/de/unternehmen/unternehmensprofil/das-kabelnetz.html