Als das Kabelfernsehen in Deutschland eingeführt wurde, wurde es per Definition in 5 verschiedene Netzebenen aufgeteilt, wobei sich die Grenzen im Laufe der Zeit verschoben haben. Kriterien hierfür waren technischer oder ökonomischer Natur.
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Die Netzebene 1 umfasst die Fernseh- und Hörfunkstudios und die gesamte technische Infrastruktur vor der endgültigen Übertragung.
Die Netzebene 2 ist sozusagen die Schnittstelle zwischen Zuführung und Ausstrahlung der Signale. An der Eingangsseite werden die Programme entweder über Satellit, per Leitung oder terrestrisch empfangen, an der Ausgangsseite in das öffentliche Kabelverteilnetz eingespeist. Es gibt hierbei nicht nur eine Eingangsseite, der Empfang folgt an mehreren Stellen, angefangen vom nationalen Playoutcentern bis zu den übergeordneten BK-Verstärkerstellen (üBKVrSt), neudeutsch Cable-PoP.
An der Spitze der NE2 befindet sich das Playoutcenter (POC) der KDG in Frankfurt-Rödelheim. Hier werden alle bislang über Satellit an den Kopfstationen herangeführten Signale empfangen und, wie auch bisher schon, die Digitalpakete zusammengestellt. Sollte dieses POC ausfallen, springt das POC Kirchheim bei München ein.
Vom POC aus geht es über das Glasfaser-Backbone weiter zu den Breitband-PoPs. Alle B-PoPs sind einerseits mit dem POC Frankfurt-Rödelheim verbunden, andererseits mit dem regionalen POC Berlin, um die Empfangssicherheit sicherzustellen. Im Falle eines Ausfalls in Frankfurt springt dann das POC Kirchheim bei München ein und das regionale POC Berlin leitet das Signal dann an alle weiteren regionalen B-PoPs weiter. An diesen B-PoPs besteht natürlich auch die Möglichkeit, das Programmangebot zu verändern bzw. weitere Programme einzuspeisen.
An den B-PoPs hängen desweiteren die regionalen Kopfstationen, offiziell Breitbandkabel-Verteilstellen (BKVtSt) genannt, neudeutsch TV-PoP. Hier wird der IP-basierte Datenstrom aus dem Backbone in herkömmliche analoge/digitale Signale umgewandelt und auf die verschiedenen Kanäle umgesetzt, außerdem können hier weitere Programme eingespeist werden, etwa terrestrisch oder per Leitung.
Nach den TV-PoPs folgen die Cable-PoPs, ebenfalls per Glasfaser angebunden. An dieser Stelle können letztmalig weitere Programme eingespeist werden, außerdem kann die Kanalbelegung hier ebenfalls noch geändert werden, etwa wenn das Kabelnetz noch nicht vollständig ausgebaut ist. Außerdem kommt diesen PoPs eine besondere Rolle bei Internet und Telefonie zu.
Nach den Cable-PoPs folgen die benutzerseitigen BK-Verstärkerstellen (bBKVrSt), neudeutsch Hubs, die sich üblicherweise in den angeschlossenen Orten befinden und meist im selben Gebäude wie die Telekom-Vermittlungsstellen.
Bisher wurden die eigenen Digitalpakete der KDG im POC Frankfurt-Rödelheim zusammengestellt und zum Satelliten Astra 3A auf 23,5°Ost hochgeschickt. An den BKVtSt wurden diese Signale wieder empfangen und auf die verschiedenen Kanäle umgesetzt. Neben 23,5°Ost wurde hier auch 19,2°Ost empfangen, da sich die meisten deutschen Programme auf dieser Position befinden. Häufig standen an den Kopfstationen noch weitere Satellitenantennen für andere Positionen, jedoch werden diese mittlerweile nicht mehr gebraucht.
Von den BKVtSt geht es weiter wie schon oben beschrieben. Hätte KDG die Struktur nicht umgestellt, hätte dies zur Folge dass man in jeder BKVtSt die Empfangsgeräte für die analogen Programme hätte austauschen müssen, was beträchtliche Kosten mit sich gebracht hätte. Mit der neuen Struktur ist es schließlich möglich, die meisten Signalverarbeitungsgeräte in Frankfurt-Rödelheim unterzubringen.
Die Netzebene 3 enthält das öffentliche Kabelverteilnetz bis zum Hausübergabepunkt. Auf das bisherige KDG-Netz bezogen zunächst die A-Linien, die von den Hubs ausgehen, welche sich häufig im selben Gebäude wie die Telekom-Vermittlungsstellen befinden. Danach folgen die B-Linien, die zu den berühmten grauen Kästen (Verstärkerpunkte bzw. VrP) an den Straßen abgehen. Dort beginnt die C-Linie, die das Signal weiterverteilt und danach die D-Linie, die sich von der C-Linie abzweigt und zu den einzelnen Häusern mit ihren Übergabepunkten (HÜP) führt.
Die A-Linien werden in Zukunft nach und nach gegen Glasfaser ersetzt, wodurch sich dann weniger Kunden etwa die Bandbreite beim Internet/Telefon teilen müssen.
Die Netzebene 4, auch als Hausnetz oder letzte Meile bezeichnet, führt vom Hausübergabepunkt zum Anschlussverstärker und von dort zum Verteiler. Von dort aus werden entweder in Baum- oder Sternstruktur die Signale zu den einzelnen Wohnungsanschlüssen bzw. Zimmeranschlüssen per Koaxialkabel übertragen bis hin zu den Anschlussdosen.
Manchmal wird diese Netzebene nicht von der KDG verwaltet, sondern von den Wohnungsgesellschaften oder den speziellen "NE4-Betreibern", die zwar das KDG-Angebot übernehmen aber sozusagen die Vermarktung übernehmen und die Kabelgebühren vom Privatkunden kassieren.
Die Verkabelung hinter der Dose wird oft als Netzebene 5 bezeichnet, offiziell gibt es diese Ebene jedoch nicht.