Empfangsprobleme

Aus Vodafone-Kabel-Helpdesk

Diese Seite befasst sich mit möglichen Störquellen von Empfangsproblemen im Kabel und der Lösung dieser Probleme. Kein Anspruch auf Vollständigkeit!

Inhaltsverzeichnis

Kanäle S02 und S03 (Frequenzbereich 110 bis 126 MHz)

Betroffen hiervon sind:

  • in Netzen die am Backbone hängen:
    • auf S02 (114 MHz) arte HD, sport1 HD, kabel eins HD, Spiegel TV Wissen HD und Cartoon Network HD
    • auf S03 (122 MHz) RTL und SAT.1, u.U. mit regionalen Fensterprogrammen, sofern eingespeist France 3, France 5, SR Fernsehen und die jeweils digital verfügbaren Regionalsender
  • in Netzen die nicht am Backbone hängen:
    • auf S02 (113 MHz) tagesschau24, arte, Phoenix, ONE und einsplus
    • auf S03 (121 MHz) NDR Fernsehen, MDR Fernsehen und rbb Fernsehen mit ihren jeweiligen Regionalisierungen sowie SWR Fernsehen Rheinland-Pfalz

Häufig ist dieser Fall von Empfangsproblemen auf veraltete Kabeldosen zurückzuführen. In den späten 80ern und den 90ern des vergangenen Jahrhunderts war der Frequenzbereich von 111 bis 125 MHz mit dem 16 Sender umfassenden digitalen Radioangebot DSR belegt. Da der ebenfalls für Radio genutzte UKW-Bereich (87,5 bis 108 MHz) direkt unter diesem Frequenzbereich liegt, war es naheliegend, DSR ebenfalls am Radioanschluss der Dose auszugeben. Daher ist das Signal, das am TV-Anschluss in diesem Bereich ausgegeben wird, möglicherweise deutlich schwächer und die bekannten Empfangsprobleme können auftreten. Störungen auf diesen Kanälen können aber auch durch starke UKW-Signale entstehen, die vom Receiver nicht ausreichend gefiltert werden.

Seit Anfang der 00er Jahre werden S02 und S03 bei deutschen Kabelanbietern für digitales Fernsehen genutzt, bis 2006 waren diese jedoch eher mit unwichtigen Programmen belegt sodass die Empfangsprobleme häufig gar nicht aufgefallen sind.

Abhilfe schafft in der Regel der Austausch der Kabeldose gegen eine neue. Hierbei kann man zwischen zwei Varianten unterscheiden:

  1. Antennendose mit Frequenzfilter: Die Kanäle S02 und S03 werden dem Fernsehbereich zugeschlagen, Störungen aus dem UKW-Bereich werden unterbunden
  2. Breitbandige Antennendose: Filtert keine Frequenzen und ist damit dementsprechend flexibel bei zukünftigen Änderungen des Belegungsplans (etwa theoretisch möglicher Einsatz des UKW-Bandes für Digital-TV), hier können allerdings Störungen durch zu starke UKW-Signale entstehen und den Empfang auf S02/S03 stören. Abhilfe schafft hier ein sog. Hochpassfilter.

Die Kosten für den Austausch sind maximal im niedrigen zweistelligen Bereich angesiedelt. Kann man die Dose selber nicht austauschen, verteuert die fachmännische Installation die Problembehebung natürlich. Wie man so eine Dose selber austauscht kann z.B. hier sehen.

Spezialfall: Probleme erst seit Mitte des Jahres 2012?

Sofern die Empfangsprobleme erst seit Mitte 2012 auftreten kann der Grund auch die Kabel-Offensive sein, bei der S02 von 113 auf 114 MHz und S03 von 121 auf 122 MHz verschoben wurde. Meistens reicht es hier, das Empfangsgerät auf Werkseinstellung zurückzusetzen oder einen manuellen Sendersuchlauf durchzuführen, sofern die Probleme nicht mit einem automatischen Sendersuchlauf aufhören. Die genauen Kanalangaben können unter Belegungen gefunden werden.

Kanäle E05 bis E12 (Frequenzbereich von 174 bis 230 MHz)

So sieht das aus wenn DAB+ Kabelfernsehen stört...

Insbesondere seit Mitte Juli 2011 beschweren sich viele Kabelkunden vor allem in Großstädten und der Nähe von Senderstandorten über ein gestörtes Fernsehbild bei diversen analogen Programmen, häufig bei dem Programm was sich auf Kanal 5 befindet (häufig Das Erste). Grund dafür ist das neu gestartete Digitalradio DAB+, welches dieses Frequenzband (VHF-Band 3, siehe TV-Frequenzraster) für seine Ausstrahlungen nutzt. Das Vorgängersystem DAB, welches dasselbe Band nutzte, hatte meist niedrigere Sendeleistungen und hat den Empfang im Kabel daher weniger beeinträchtigt.

Die Störungen auf Kanal sind i.d.R. auf den Start des bundesweiten Radiobouquet, ugs. Bundesmux, am 1. August 2011 zurückzuführen. Bis Ende 2016 soll dieses nationale Bouquet an 110 Senderstandorten in Betrieb genommen werden, einheitlich auf dem Kanal 5C welcher der Frequenz 178,352 MHz entspricht. In Zukunft werden Störungen in diesem Frequenzbereich eher noch zunehmen, da neben dem nationalen Radiobouquet zunehmend auch regionale Radiobouquets in Betrieb gesetzt werden oder ihre Sendeleistungen erhöht werden.

Abhilfe schafft in geschätzt 90% der Fälle, die Kabel zwischen Anschlussdose und Receiver, Fernsehgerät etc. auszutauschen. Hierbei sollten die neuen Antennenkabel mindestens doppelt geschirmt sein, mindestens 85 dB Dämpfung aufweisen und bestenfalls mit Klasse A/Class A gekennzeichnet sein. T-Stücke zwischen der Dose und dem Gerät wirken sich negativ aus und können trotz neuem Kabel dafür sorgen, dass keine Besserung auftritt. Im Prinzip kann man sagen dass jede Unterbrechung zwischen Dose und Fernsehgerät sich auf die Empfangsqualität negativ auswirkt.

Schlimmstenfalls liegt es nicht an der Verkabelung innerhalb der Wohnung, sondern an der Hausverkabelung. Hier wäre ein Austausch der Verkabelung natürlich sehr teuer, da häufig Wände aufgestemmt werden müssten oder dergleichen. Alternativ zum Austausch des Antennenkabels bzw. der Hausverkabelung bietet sich auch ein Umstieg auf digitales Fernsehen an, egal ob über Antenne, Kabel, Satellit oder IPTV. Die vom digitalen Kabelfernsehen genutzten Frequenzbereiche sind nicht von Störungen durch das Digitalradio betroffen.

Kanäle E21 bis E69 (Frequenzbereich von 470 bis 862 MHz)

Die in diesem Frequenzbereich (UHF-Bänder 4 und 5) auftretenden Störungen sind bei Kabel Deutschland meist auf zwei Ursachen zurückzuführen:

  1. Das Hausverteilnetz bzw. seine Komponenten wie Verstärker und Verteiler sind lediglich bis 470 MHz ausgelegt und bieten daher keinen optimalen Empfang über 470 MHz.
  2. Einzelne Frequenzen werden durch starke DVB-T-Bouquets in der Nähe gestört.

Fall 1: Hausverteilnetz

Hier sollte überprüft werden, bis wohin das Signal über 470 MHz gut zu empfangen ist. Meist sind es veraltete Verstärker, veraltete Anschlussdosen oder gar eine veraltete Hausverkabelung, die für die Störungen sorgen. Abhilfe schafft der Austausch dieser Komponenten, im Zweifel, insbes. bei Komponenten außerhalb der eigenen Wohnung, sollte man evtl. auf Fachbetriebe bei der Beseitigung des Problems setzen. Sollte Kabel Deutschland im Objekt auch die Netzebene 4, also das Hausverteilnetz betreuen, was häufig bei der sog. Zwangsverkabelung der Fall ist, lohnt sich allerdings evtl. auch ein Anruf, eine E-Mail o.ä. an Kabel Deutschland.

Fall 2: Störungen durch DVB-T

Diese Art der Störung tritt insbesondere dann auf, wenn man in der Nähe eines starken terrestrischen Senders wohnt und meist auch nur auf bestimmten Kanälen. Für die Lösung gilt dasselbe wie oben bei DAB+, in der Regel reicht es schon aus gut geschirmte Verbindungskabel mit den o.g. Merkmalen zu nutzen.



allgemeine Signalschwankungen

DECT-Telefone bzw. deren Trafos können für Signalschwankungen sorgen, wenn sie an einer Steckdose neben der Kabeldose angeschlossen sind. Austausch schafft hier meistens Abhilfe oder auf andere Steckdose ausweichen.