DOCSIS

Aus Vodafone-Kabel-Helpdesk

DOCSIS steht für Data Over Cable Service Interface Specification und wurde 1997 von Cable Labs entwickelt. Es ist eine Spezifikation für Kabelmodems und dazugehörige Schnittstellen, außerdem ist es ein Standard zur Festlegung der Anforderungen für Datenübertragungen über das Kabelnetz.[1]
Um auf die anderen Gegebenheiten in Europa einzugehen, musste bis einschließlich DOCSIS 3.0 eine angepasste Version des Standards verwendet werden. Diese bekam den Präfix "Euro", sodass man von EuroDOCSIS 3.0 spricht.

Da Kabel Internet heute in den meisten Kabelnetzen angeboten wird und dabei EuroDOCSIS genutzt wird, erscheint eine FAQ-Seite hier sinnvoll.

Inhaltsverzeichnis

Welche DOCSIS-Versionen nutzt Vodafone Kabel Deutschland derzeit?

Bis 2010 hat Vodafone Kabel Deutschland den Standard EuroDOCSIS 2.0 genutzt, welcher Downstream-Transferraten bis 50 Mbit/s und Upstreamraten bis ca. 27 Mbit/s ermöglicht. Ab 2010 stellte Kabel Deutschland seine ausgebauten Netze auf EuroDOCSIS 3.0 um, nach der Analogabschaltung, welche 2018 begann, werden DOCSIS 3.1 Kanäle in den analog-abgeschalteten Segmenten aufgeschaltet.

Was bringt mir EuroDOCSIS 3.0?

EuroDOCSIS 3.0 ermöglicht im Vergleich mit EuroDOCSIS 2.0 höhere Down- und Upstreamraten, je nachdem wieviel Kanäle dafür verwendet werden. Aktuell bietet Vodafone Kabel Deutschland in den aufgerüsteten Gebieten maximal 500 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload an. Außerdem wurde durch einige Veränderungen die Sicherheit erhöht.

Wo ist EuroDOCSIS 3.0 bereits verfügbar?

EuroDOCSIS 3.0 ist nach unseren Informationen mittlerweile in allen von Vodafone Kabel Deutschland versorgten Netzen verfügbar. Im Zweifelsfall zählt der Verfügbarkeitscheck. Sind mindestens 100 Mbit/s buchbar, ist an der angegebenen Adresse DOCSIS 3.0 verfügbar.

Was bringt mir DOCSIS 3.1?

DOCSIS 3.1 ermöglicht deutlich höhere Down- und Upstreamraten als EuroDOCSIS 3.0. Wie in einzelnen Regionen zu sehen ist, kann mit DOCSIS 3.1 ein Tarif mit 1 Gigabit im Download und aktuell 50 Mbit/s im Upload realisiert werden.

Wo ist DOCSIS 3.1 bereits verfügbar?

DOCSIS 3.1 wird nach der Analogabschaltung im jeweiligen Segment aufgeschaltet. Dadurch werden jedoch nicht automatisch höhere Geschwindigkeiten ermöglicht, insbesondere da viele Geräte noch auf EuroDOCSIS 3.0 laufen.

Brauche ich ein neues Modem/einen neuen Router?

Grundsätzlich ist ein Parallelbetrieb von EuroDOCSIS 3.0 und DOCSIS 3.1 Endgeräten in einem Segment möglich. Dies geht jedoch zu Lasten der maximal möglichen Bandbreite, weshalb langfristig die verwendeten Endgeräte getauscht werden müssen.

Warum nutzt Vodafone Kabel Deutschland nicht EuroDOCSIS 3.1?

In der Vergangenheit gab es bei den DOCSIS-Spezifikationen immer eine Unterscheidung zwischen dem amerikanischen und europäischen Standard. Bei DOCSIS 3.1 wurden diese aneinander angepasst, sodass es kein EuroDOCSIS 3.1 gibt und es lediglich einen DOCSIS 3.1 Standard gibt der in allen Ländern verwendet werden kann.

Kann ich nun auch amerikanische DOCSIS 3.1 Geräte betreiben?

Grundsätzlich wäre das möglich, da momentan aber die initiale Kommunikation noch auf einem EuroDOCSIS 3.0 Kanal stattfindet, funktioniert dies zur Zeit leider nicht. Bei einem Endgerätekauf sollte man also darauf achten, das ein DOCSIS 3.1 Gerät auch EuroDOCSIS 3.0 unterstützt (und nicht nur DOCSIS 3.0).

Wo befinden sich Upstream und Downstream?

Der Upstream befindet sich zwischen 5 und 65 MHz, deshalb mussten/müssen die Kanäle E02 bis E04 analog abgeschaltet werden, da sie sich in diesem Bereich befinden/befanden (siehe Kanalraster), bevor Kabel Internet und Phone angeboten werden kann/konnte.

Der Downstream in EuroDOCSIS 3.0 befindet sich in der Regel im UHF-Bereich, d.h. auf Frequenzen zwischen 470 und 862 MHz. Bei Vodafone Kabel Deutschland werden üblicherweise die Kanäle E30 bis E37 (546 bis 602 MHz), E45 bis E52 (666 bis 722 MHz) und E57 bis E64 (762 bis 818 MHz) genutzt, in nur auf 630 MHz ausgebauten Gebieten fallen die letzten beiden Kanalgruppen weg. Aufgrund eines anderen Ausbauzustandes können in einigen Orten aber auch geringfügige Abweichungen von der Regel auftreten.

Nach der Analogabschaltung liegen die Downstreams auf anderen Frequenzen. Üblicherweise werden dann für EuroDOCSIS 3.0 die Kanäle D138 bis D162 (138 bis 162 MHz), E37 (602 MHz), E39 bis E40 (618 bis 626 MHz) und E42 bis E66 (642 bis 834 MHz) genutzt, und der Bereich von D170 bis S23 (166 bis 326 MHz) wird durch einen 160 MHz breiten OFDM-Block (DOCSIS 3.1) belegt, der bei Bedarf auf 192 MHz Breite von D138 bis S23 erweiterbar ist.
Auch hier kann es allerdings aufgrund eines anderen Ausbauzustandes oder eines noch nicht auf DOCSIS 3.1 aufgerüsteten CMTS in einigen Orten zu Abweichungen kommen. Am häufigsten tritt hier der Fall auf, dass sich zwischen 166 und 326 MHz kein DOCSIS 3.1 befindet, sondern zwischen 12 und 20 EuroDOCSIS 3.0 - Downstreams, dafür enden die Downstreams auf den hohen Frequenzen bereits zwischen 626 MHz und 674 MHz.


  1. http://de.wikipedia.org/wiki/DOCSIS