Seit Mitte Juli 2011 beschweren sich viele Kabelkunden vor allem in Großstädten über ein gestörtes Fernsehbild bei diversen analogen Programmen, in der Regel bei dem Programm was sich auf Kanal 5 befindet.
Seit Mitte Juli 2011 wurden sukzessive Senderstandorte für das digitale Radio DAB+ in Betrieb gesetzt. Auf Kanal 5A bzw. 5C wird offiziell seit 1. August ein nationales Radiobouquet mit ca. 15 Programmen (u.a. Deutschlandfunk, 90elf, Energy, Klassik Radio) ausgestrahlt. Bis 2015 soll dieses nationale Radiobouquet, auch Bundesmux genannt, an 110 Standorten in der ganzen Bundesrepublik ausgestrahlt werden. DAB+ hat von der Bundesnetzagentur den Bereich 174 bis 230 MHz (Kanäle E05-E12) zugewiesen bekommen, dies ist das sogenannte Band 3 (siehe TV-Frequenzraster), welches von Kabel Deutschland zur Verbreitung analoger Programme genutzt wird. Daher kann es zu Störungen kommen. In Zukunft werden diese eher noch zunehmen, da neben dem nationalen Radiobouquet zunehmend auch regionale Radiobouquets in Betrieb gesetzt werden.
Der von den Störungen durch das nationale Radiobouquet betroffene Kanal 5 ist bei Kabel Deutschland häufig mit Das Erste belegt.
In geschätzt 90% der Fälle reicht es aus, die Kabel zwischen Anschlussdose und Receiver, Fernsehgerät etc. auszutauschen. Hierbei sollten die neuen Antennenkabel mindestens doppelt geschirmt sein, mindestens 85 dB Dämpfung aufweisen und bestenfalls mit Klasse A/Class A gekennzeichnet sein. T-Stücke zwischen der Dose und dem Gerät wirken sich negativ aus und können trotz neuem Kabel dafür sorgen, dass keine Besserung auftritt. Im Prinzip kann man sagen dass jede Unterbrechung zwischen Dose und Fernsehgerät sich auf die Empfangsqualität negativ auswirkt.
Schlimmstenfalls liegt es nicht an der Verkabelung innerhalb der Wohnung, sondern an der Hausverkabelung. Hier wäre ein Austausch der Verkabelung natürlich sehr teuer, da häufig Wände aufgestemmt werden müssten oder dergleichen.
Alternativ zum Austausch des Antennenkabels bzw. der Hausverkabelung bietet sich auch ein Umstieg auf digitales Fernsehen an, egal ob über Antenne (DVB-T), Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S/S2) oder IPTV. Die vom digitalen Kabelfernsehen genutzten Frequenzbereiche sind nicht von Störungen durch das Digitalradio betroffen, allerdings können sie unter Umständen durch DVB-T-Kanäle gestört sein, die teilweise dieselben Frequenzen wie DVB-C belegen.
Unter www.digitalradio.de befindet sich ein Portal mit Informationen zu den Geräten, den verfügbaren Programmen, der Verbreitung und vieles mehr.