Einspeisung von Dritten Programmen
Aus Kabel Deutschland-Helpdesk
Die Einspeisung der sog. 3. Programme ins Kabel ist nicht mehr wegzudenken, findet sie doch bereits so ziemlich seit den Anfängen statt, erst recht nachdem einige dieser Programme über Satellit aufgeschaltet wurden und damit ohne Probleme bundesweit eingespeist werden konnten. Diese Seite befasst sich mit der Verfügbarkeit insbesondere ortsfremder 3. Programme.
Welche Dritten sind digital empfangbar?
Kanal S02:
- WDR Fernsehen Köln
- SWR Fernsehen Baden-Württemberg
- Bayerisches Fernsehen Nord
- Bayerisches Fernsehen Süd
- hr-fernsehen
Kanal S03:
- SWR Fernsehen Rheinland-Pfalz
- NDR Fernsehen Niedersachsen
- NDR Fernsehen Hamburg
- NDR Fernsehen Schleswig-Holstein
- NDR Fernsehen Mecklenburg-Vorpommern
- MDR Fernsehen Sachsen
- MDR Fernsehen Sachsen-Anhalt
- MDR Fernsehen Thüringen
- rbb Fernsehen Berlin
- rbb Fernsehen Brandenburg
Kanal S32, nur in den von den BK-Verteilstellen Bremen 0 und Bremerhaven 0 versorgten Gebieten:
Kanal S41:
Nicht in das digitale KDG-Netz eingespeist werden die zehn restlichen WDR-Regionalversionen. Außerdem wird das SR Fernsehen bald nur noch im Saarland zur Verfügung stehen.
Welche Dritten sind analog empfangbar?
Die Einspeisung Dritter Programme ist von den örtlichen Gegegebenheiten abhängig (Bundesland, Verteilstelle/Kopfstation). Netzübersichtskarten gibt es hier.
WDR Fernsehen
- Regionalisierung Bielefeld: in den Netzen Nienburg, Hameln, Hannover, Osnabrück und Hildesheim
- Regionalisierung Münster: in den Netzen Cloppenburg, Lingen und Glandorf
- Regionalisierung Köln: außerhalb o.g. Netze in allen KDG-Netzen in Bremen, Hamburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern (außer dem von Lübeck versorgten Ort Lüdersdorf), Niedersachsen (außer Scharnebeck und Ebergötzen), Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, im Saarland und in einigen kleinen KDG-Netzen in Bayern, Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein
SWR Fernsehen
- Regionalisierung Rheinland-Pfalz: in ganz Rheinland-Pfalz und in ein paar kleinen KDG-Netzen in Brandenburg
- Regionalisierung Baden-Württemberg: im Westen Bayerns und großen Teilen Sachsen-Anhalts, in ein paar KDG-Netzen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen
NDR Fernsehen
- Regionalisierung Hamburg: in den Netzen Hamburg/Südholstein, Rosengarten, Lüneburg und Stade
- Regionalisierung Schleswig-Holstein: in ganz Schleswig-Holstein und in Hamburg
- Regionalisierung Niedersachsen: in ganz Niedersachsen (außer Scharnebeck), Bremen und Hamburg sowie in Brandenburg (Perleberg)
- Regionalisierung Mecklenburg-Vorpommern: in ganz Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen, Thüringen, Brandenburg (außer Birkenwerder/Schwalbenring und Perleberg), außerdem im Netz Lübeck, den meisten KDG-Netzen Bayerns und Sachsen-Anhalts sowie einigen kleinen Netzen in Rheinland-Pfalz
Bayerisches Fernsehen
- Regionalisierung Nord: in weiten Teilen Bayerns (Franken und die Stadt Neumarkt), in fast allen KDG-Netzen in Thüringen, in Sachsen in den Netzen Plauen und Thum
- Regionalisierung Süd: in weiten Teilen Bayerns (Altbayern und Schwaben), in allen KDG-Netzen in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz (außer Kaub) und Schleswig-Holstein, in Ronneburg (Thüringen), in Niedersachsen nur noch in Ebergötzen und den mit der Bremer bzw. Bremerhavener Kabelbelegung versorgten niedersächsischen Gemeinden
MDR Fernsehen
- Regionalisierung Sachsen-Anhalt: in ganz Sachsen-Anhalt, in Rostock und in den KDG-Netzen in Niedersachsen, die sich östlich des Bremer und südlich des Rosengartener Netzes befinden (außer Scharnebeck).
- Regionalisierung Thüringen: in ganz Thüringen und in den bayerischen Netzen Schweinfurt und Bad Kissingen
- Regionalisierung Sachsen: in allen KDG-Netzen in Sachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen (außer Scharnebeck und den mit der Bremer bzw. Bremerhavener Kabelbelegung versorgten Gemeinden), Rheinland-Pfalz, Saarland (außer Nonnweiler-Primstal), Schleswig-Holstein (außer den mit der Hamburger Kabelbelegung versorgten Gemeinden) und weiten Teilen Bayerns
hr-fernsehen
In Rheinland-Pfalz in allen KDG-Netzen (außer Wittlich, Martinstein (Langenthal) und Irrhausen), den meisten Netzen im Norden Bayerns, den niedersächsischen Netzen Göttingen, Hildesheim, Wolfsburg, Ebergötzen und Hameln, in den meisten Netzen Thüringens und ein paar Netzen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern (Bad Kleinen), Sachsen und Sachsen-Anhalt.
rbb Fernsehen
- Regionalisierung Brandenburg: in ganz Brandenburg, in Berlin, in Wolfsburg, in Neustadt bei Coburg und ein paar KDG-Netzen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt
- Regionalisierung Berlin: in Berlin und fast ganz Brandenburg, außerdem in Mainz (Layenhof)
SR Fernsehen
Das SR Fernsehen wird lediglich im eigenen Sendegebiet analog eingespeist, und zwar auf dem Kanal E08.
Radio Bremen TV
Radio Bremen TV wird im eigenen Sendegebiet sowie in den niedersächsischen Netzen Bremen-Umland, Bremerhaven-Umland, Oldenburg, Cloppenburg, Norden, Leer, Wilhelmshaven und Butjadingen-Burhave eingespeist.
Warum werden ortsfremde Dritte analog eingespeist?
Im Wesentlichen hat dies historische Gründe:
- Das ortsfremde Dritte war an der jeweiligen Kopfstation bereits in den Netzaufbauzeiten (80er/90er) terrestrisch empfangbar, aus diesem Grund wurde es vor Einführung des Kabelfernsehens schon häufig von den Bürgern empfangbar, eine Kabeleinspeisung war daher unumgänglich für die allgemeine Akzeptanz des Angebots.
- West 3 (heute WDR Fernsehen) und das Bayerische Fernsehen wurden 1986 erstmals über Satellit angeboten (zunächst Intelsat auf 60°Ost, dann DFS Kopernikus, ab 1993 Astra) und wurden vielerorts zur attraktiveren Gestaltung des Kabelangebots mit eingespeist.
- N3 (heute NDR Fernsehen) begann als erstes Drittes im Jahre 1991 die Ausstrahlung über den Satelliten Astra und wurde so häufig ebenfalls noch zur attraktiveren Gestaltung eingespeist - im Jahre 1991 war das Kabel schließlich noch nicht so überfüllt wie wenige Jahre später.
- Das MDR Fernsehen startete zwar erst 1993 seine Satellitenausstrahlung, hat allerdings von diesem Zeitpunkt an ebenfalls auf eine Kabelverbreitung gesetzt, einerseits da man jene Mitteldeutsche erreichen wollte die aus ihrer Heimat weggezogen sind, andererseits war/ist der MDR das dritte Programm, dem die Nachfolge des DDR-Fernsehens am meisten anzumerken ist, weshalb der MDR bis heute in Ostdeutschland flächendeckend eingespeist wird.
- Die anderen Dritten haben sich weniger um bundesweite Kabelverbreitung bemüht und sind dementsprechend häufig nur in Gebieten eingespeist wo sie terrestrisch zu empfangen waren/sind (gilt insbesondere für Radio Bremen TV und das SR Fernsehen) oder, in einigen ostdeutschen Netzen, wo man das Kabelangebot noch etwas attraktiver gestalten wollt.
Seit 2010 kann ich weniger Dritte als vorher empfangen. Woran liegt das?
2010 musste die KDG gesetzliche Bestimmungen (SchuTSeV) umsetzen und die Kanäle S04 und S05 digitalisieren. Da die ARD in den vergangenen Jahren drei zusätzliche digitale Kanäle erhalten hat, hat man sich geeinigt, dass die ARD einen der analogen Sendeplätze aufgibt. Zuvor waren das WDR Fernsehen, das NDR Fernsehen, das Bayerische Fernsehen und das MDR Fernsehen quasi flächendeckend im Kabel, abhängig vom Bundesland und dem jeweiligen Kabelnetz wurde mindestens eines dieser Programme abgeschaltet.
- Bayern: WDR Fernsehen
- Berlin: Bayerisches Fernsehen
- Brandenburg: WDR Fernsehen
- Bremen: MDR Fernsehen
- Hamburg: MDR Fernsehen
- Mecklenburg-Vorpommern: Bayerisches Fernsehen
- Niedersachsen: Bayerisches Fernsehen
- Rheinland-Pfalz: NDR Fernsehen
- Saarland: NDR Fernsehen
- Sachsen: WDR Fernsehen
- Sachsen-Anhalt: Bayerisches Fernsehen
- Schleswig-Holstein: WDR Fernsehen
- Thüringen: WDR Fernsehen
Wie lange gibt es die Dritten schon?
- Bayerisches Fernsehen: 22.9.64 (als Studienprogramm, seit 1973 der heutige Name)
- hr-fernsehen: 5.10.64 (als Hessisches Fernsehprogramm, von 1983 bis 1997 als Hessen 3, von 1997 bis 2000 als Hessen Fernsehen und seit 2000 der heutige Name)
- NDR Fernsehen: 4.1.65 (als III. Fernsehprogramm der Nordkette, von 1989 bis 2001 als N3 und seitdem als NDR Fernsehen)
- WDR Fernsehen: 17.12.65 (als Westdeutsches Fernsehen, von 1989 bis 1994 als West 3 und seitdem als WDR Fernsehen)
- SWR Fernsehen: 5.4.69 (als Südwest 3, von 1998 bis 2000 als Südwest BW bzw. RP, von 2000 bis 2006 als Südwest Fernsehen und seitdem als SWR Fernsehen)
- MDR Fernsehen: 1.1.92 (übernahm die Sendekette der DFF-Länderkette, zuvor DFF 2 von 1969 bis 1972 und 1989/1990 und DDR 2 von 1972 bis 1989)
- rbb Fernsehen: 1.3.04 (aus der Fusion von ORB und SFB entstanden)
- Berlin: bis 1992 wie NDR Fernsehen, Berlin 1 von 1992 bis 2001, SFB1 bis 2003 und RBB Berlin bis 1.3.04
- Brandenburg: bis 1992 wie MDR Fernsehen, von 1.1.92 bis 2003 als ORB Fernsehen, von 2003 bis 1.3.04 RBB Brandenburg
- SR Fernsehen: 5.4.69 (als Südwest 3, von 1998 bis 2006 als SR Fernsehen Südwest und seitdem als SR Fernsehen)
- Radio Bremen TV: 1.1.05 (zuvor wie NDR Fernsehen)
WDR, SWR, NDR und BR senden seit 30. April in HD. Wie stehen die Chancen auf Einspeisung?
Die Einspeisung ist abhängig von den Verhandlungen zwischen der ARD und Kabel Deutschland. Die HD-Programme gibt es zunächst nur über Satellit, bei einigen IPTV-Anbietern und anderen Kabelanbietern.