Digitalisierung

Aus Kabel Deutschland-Helpdesk

Diese Seite enthält Fragen und Antworten zum Thema Digitalisierung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Unterschied zwischen analog und digital?

Fernsehen und Radio werden, solange es sie gibt, analog übertragen, d.h. Bild bzw. Ton werden in einem Stück und unkomprimiert übertragen. Dadurch ist ihre Datenmenge relativ groß und es kann nur ein Programm pro Kanal/Frequenz übertragen werden.

In den 1990er Jahren begannen die Fernseh- und Radiosender damit, ihre Programme auch digital zu übertragen. Hierbei werden Bild, Ton und weitere Daten komprimiert und in Paketen übertragen. Durch die geringere Datenmenge ist es möglich, mehrere Programme auf einem Kanal bzw. auf einer Frequenz zu übertragen.

Seit wann gibt es digitales Fernsehen in Deutschland?

Seit 1997 befinden sich DVB-S (digitaler Satellitenempfang) und DVB-C (digitaler Kabelempfang) im Regelbetrieb, von 2002 bis 2009 wurde DVB-T (digitaler Antennenempfang) sukzessive eingeführt.

DVB-C befand sich allerdings jahrelang in einer Art Dornröschenschlaf, da bis 2006 kaum private Free-TV-Sender in das Netz eingespeist wurden, siehe etwa in unserer Kabelchronik das Angebot im Jahre 2005.

Welche Vorteile hat die Digitalisierung?

  • mehr TV- und Radioprogramme
  • Bezahlfernsehangebote können abonniert werden (bei KDG: Sky und Kabel Digital)
  • Bessere Bild- und Tonqualität (nicht zwingend, hängt von Anzahl der Programme pro Kanal sowie Quellsignal ab)
  • Audio Description (Audiospur für Hörgeschädigte)
  • Originalton abhängig von Programm und Sendung möglich
  • Optionskanäle, d.h. beispielsweise die Übertragung von gleichzeitig stattfindenden Fußballspielen (nur von Sky genutzt)
  • Elektronischer Programmführer (EPG)
  • teilweise Untertitel unabhängig vom Videotext
  • abhängig vom Empfangsgerät weitere Features wie HbbTV, Timeshift/Aufnahmefunktion, Video on Demand usw.

Wieviele Deutsche schauen bereits digital?

Abhängig von der jeweiligen Studie, der Berechnungsgrundlage und dem Auftraggeber liegt die Digitalisierung in Deutschland derzeit zwischen etwa 50% und 65%. Der Antennenempfang ist zu 100% digitalisiert, der Satellitenempfang zu 70-80% und der Kabelempfang zu 30-40%. IPTV ist so oder so 100% digital.

Warum schauen so wenige digitales Kabelfernsehen?

Im Wesentlichen gibt es dafür drei Gründe:

  1. Für den Digitalempfang wäre ein Receiver oder neuer Fernseher nötig, der Kauf dieser Geräte wird gescheut, beim Receiver evtl. auch aus Gründen des Komforts.
  2. Kabel Deutschland verschlüsselt sämtliche nationalen privaten Fernsehsender im digitalen Bereich, zusätzliche Kosten entstehen (womöglich sogar monatlich) für Sender, die man analog noch ohne zusätzliche Kosten empfangen kann (abgesehen von der Kabelanschlussgebühr).
  3. Wie schon oben erwähnt, wurden bis 2006 kaum private Free-TV-Sender digital eingespeist, dementsprechend bescheiden war der Zuspruch für das digitale Angebot, oftmals hatten die Leute nur digitalen Kabelempfang, um Premiere sehen zu können.

Beim Satellitenempfang hingegen war schon immer ein Receiver nötig (Fernseher mit eingebautem Receiver sind relativ selten gewesen), wodurch der Unterschied komforttechnisch nicht besonders groß ist zwischen analog und digital. Außerdem werden alle analog empfangbaren Sender auch digital unverschlüsselt angeboten (Ausnahme: HD-Varianten nahezu aller bereits hochauflösend sendenden Privatsender), es entstehen keine zusätzlichen monatlichen Kosten. Davon abgesehen sind so ziemlich alle relevanten Fernsehsender bereits seit mindestens 10 Jahren digital empfangbar (sofern es sie bereits so lange gibt), im Gegensatz zum Kabelempfang.

Beim Antennenempfang war das größere Programmangebot und die bereits vorgenommene Abschaltung des analogen Signals schlagende Argumente für die Anschaffung von Digitalreceivern. Außerdem ist DVB-T in neuen Fernsehgeräten mittlerweile standardmäßig enthalten.

Auf vielen Programmplätzen sehe ich nur noch Schnee. Hat das mit der Digitalisierung zu tun?

Ja und nein. Hier ist zwischen verschiedenen Kanälen und dem Ausbaustatus des Netzes zu unterscheiden.

  • In den heutigen Ausbaugebieten wurden die Kanäle 2 bis 4 (früher oft mit ARD, ZDF, Drittes Programm belegt) freigeräumt für den Upstream der Internet- und Telefonieangebote von Kabel Deutschland, entsprechender Programmersatz ist auf den Kanälen 21 bis 23 zu finden, die zuvor nicht belegt waren. Die aktuelle Belegung kann unter dem Menüpunkt Belegungen abgerufen werden.
  • Der Kanal S25 wurde 2006 digitalisiert, um Platz für das PPV-Angebot der KDG bestehend aus Select Kino und redXclub zu schaffen. Heute befinden sich auf diesem Kanal die HD-Ausstrahlungen von Das Erste, ZDF und arte.
  • Der Kanal S24 wurde 2008 digitalisiert, damit die ARD ihre Qualitätsoffensive durchführen konnte, deren Ziel eine verbesserte Bildqualität war, indem die Programme, die zuvor auf zwei Kanälen übertragen wurden, nun auf drei verteilt wurden. Seit der Digitalisierung wird dieser Kanal für die Übertragung von u.a. PRO 7 und SAT.1 genutzt, die sich vorher auf S40 befanden, wo nun der besagte 3. ARD-Kanal sendet.
  • Die Kanäle S04 und S05 wurden 2010 digitalisiert, S04 ist nun mit den HD-Ausstrahlungen von TNT Serie und TNT Film sowie zwei Tests belegt. S05 kann bei den von KDG verwendeten Parametern aufgrund des mangelnden Abstands zu S06 noch nicht digital genutzt werden. Vor der Abschaltung befanden sich oft arte und Phoenix auf diesen Kanälen. Grund für die Abschaltung ist die Einhaltung der Sicherheitsfunk-Schutzverordnung, die die Kabelnetzbetreiber verpflichtet hat, diese beiden analogen Kanäle spätestens zum 31. Dezember 2010 abzuschalten. In Absprache mit den Programmveranstaltern wurden in der Regel ein ortsfremdes Drittes Programm sowie ein privates Programm aus dem analogen Angebot gestrichen.
  • Möglicherweise können weitere früher analog genutzten Kanäle abgeschaltet worden sein, welche sich vorrangig im UHF-Bereich befanden. In Berlin beispielsweise wurden in den vergangenen Jahren etwa auch die Kanäle S23, S39, E24, E25, E26, E28, E29, E30, E31, E32 und E33 analog abgeschaltet, wobei die Kanäle S23, E28 und E29 dort mittlerweile wieder analog belegt wurden.