DFS Kopernikus

Aus Kabel Deutschland-Helpdesk

Zwar geht es beim Kabel Deutschland-Helpdesk grundsätzlich um den Kabelempfang, allerdings ist auch die Zuführung der Kabelprogramme in der Vergangenheit ein interessantes Thema. Hier stechen insbesondere die von der Bundespost/Telekom betriebenen Satelliten DFS Kopernikus 1 und 3 hervor, die auf 23,5°Ost, der heutigen Position von Astra 3A (und darüber hinaus 3B), auf dem KDG bis zum 1. Februar 2012 noch ihre Digitalpakete zu den Kabelnetzen zuführte, positioniert waren.

DFS Kopernikus 1 befand sich von 1989 bis 1992 auf der Position, bevor er auf 33,5°Ost verschoben wurde. DFS Kopernikus 3 übernahm die alte Position und war bis 2002, also bis zum Sendestart von Astra 3A, in Betrieb.

Die Kopernikus-Satelliten, insbes. DFS Kopernikus 1, waren ursprünglich für Fernmeldedienste reserviert (wird auch deutlich durch die Bedeutung von DFS, Deutscher Fernmeldesatellit), der Erfolg des Astra-Satellitensystems veranlasste die Bundespost allerdings dazu, sie bereits von Anfang an auch zur Übertragung von Fernsehprogrammen zu nutzen, insbesondere da die Inbetriebnahme des eigentlich dafür geplanten TV-SAT 1 gescheitert war. Neben dem Direktempfang sollte über die Satelliten auch die Zuführung von Fernsehprogrammen in das Kabel erfolgen. Das Signal war hierbei aufgrund der größeren Transponderbandbreite hochwertiger als das Astra-Signal, sog. "Fische" im Bild waren seltener und die Bildqualität allgemein besser.

DFS Kopernikus war trotz der anfangs höheren deutschsprachigen Programmauswahl nie wirklich erfolgreich, 4 von 5 Satellitenhaushalten[1] richteten bereits 1990 ihre Schüsseln auf Astra aus, mit Start der Satelliten Astra 1B und 1C auf 19,2°Ost, die insbesondere weitere deutschsprachige Sender ausstrahlten, in den folgenden drei Jahren gab es erst recht keinen Grund mehr, seine Satellitenschüssel auf 23,5°Ost auszurichten, zumal für Kopernikus noch spezielle Receiver und LNBs benötigt wurden. Kopernikus nutzte nämlich auch den Frequenzbereich von 12500 MHz bis 12750 MHz, die damals handelsüblichen Geräte unterstützten allerdings nur den Frequenzbereich zwischen 10950 MHz und 11750 MHz. Erst ab 1995/1996, mit Start des digitalen Satellitenfernsehens, weiteten auch Astra und andere Satelliten ihren Frequenzbereich auf das heutige Ausmaß aus, der auch den Bereich zwischen 12500 und 12750 MHz umfasst.

Bis etwa Mitte der 90er wurde der Satellit weiterhin zur analogen Kabelzuführung genutzt, oftmals war dies für die Telekom sogar eine Voraussetzung dafür, einen der auch über Astra verfügbaren Sender überhaupt einzuspeisen - man wollte schlicht nicht Astra-Signale übernehmen. Bei VOX war dies mitunter sogar vernünftig, da auf Astra bis Ende der 90er morgens ein englisches Shoppingfenster verbreitet wurde (als Überbleibsel des Vormieters des VOX-Transponders auf Astra) und man lieber eigene Sendungen um die vom Fenster verwendeten Zeiten zeigen wollte.

Diese Position der Verweigerung konnte die Telekom allerdings nicht lange halten und mit der Zeit wurden immer mehr Programme über Astra statt über Kopernikus in das Kabel zugeführt. Gegen 1997 fing man damit an, den Satelliten für die Zuführung der digitalen Kabelpakete zu nutzen. Der Rest der Geschichte ist bekannt, die Telekom beteiligte sich an Astra und 2002 wurde DFS Kopernikus gegen Astra 3A ersetzt, den KDG als ehemalige Telekom-Tochter bis 2012 zur Zuführung der Digitalpakete nutzte.

Im Medienboard Online postete der User Milhouse Transponderbelegungen aus der damaligen Zeit, die als Grundlage für die kommende Übersicht dienen. Sie zeigen den Stand zum Ende des jeweiligen Jahres.

Inhaltsverzeichnis

1990

Frequenz, Polarisation Sender
11475 MHz horizontal SAT.1
11525 MHz horizontal 3sat
11625 MHz horizontal 1 Plus
11675 MHz vertikal RTLplus
12559 MHz horizontal PRO 7
12625 MHz horizontal DSR
12658 MHz vertikal West 3
12692 MHz horizontal Tele 5
12725 MHz vertikal Bayerisches Fernsehen

1992

Frequenz, Polarisation Sender
11475 MHz horizontal SAT.1
11525 MHz horizontal 3sat
11550 MHz vertikal arte
11625 MHz horizontal 1 Plus
11675 MHz vertikal RTLplus
12524 MHz vertikal n-tv
12559 MHz horizontal PRO 7
12591 MHz vertikal Premiere
12625 MHz horizontal DSR
12658 MHz vertikal West 3
12692 MHz horizontal Tele 5
12725 MHz vertikal Bayerisches Fernsehen

1993

Frequenz, Polarisation Sender
11475 MHz horizontal SAT.1
11525 MHz horizontal 3sat
11550 MHz vertikal arte
11600 MHz vertikal VOX
11625 MHz horizontal 1 Plus
11675 MHz vertikal RTL
12524 MHz vertikal n-tv
12559 MHz horizontal PRO 7
12591 MHz vertikal Premiere
12625 MHz horizontal DSR
12658 MHz vertikal West 3
12692 MHz horizontal DSF
12725 MHz vertikal Bayerisches Fernsehen

1995

Frequenz, Polarisation Sender
11475 MHz horizontal SAT.1
11550 MHz vertikal arte
11600 MHz vertikal VOX
11625 MHz horizontal Nickelodeon
12524 MHz vertikal Digital-TV-Test
12559 MHz horizontal PRO 7
12591 MHz vertikal Premiere
12625 MHz horizontal DSR
12692 MHz horizontal DSF

1996

Frequenz, Polarisation Sender
11475 MHz horizontal SAT.1
11550 MHz vertikal arte
11600 MHz vertikal VOX
11625 MHz horizontal Nickelodeon
11675 MHz vertikal Der Wetterkanal
12591 MHz vertikal Premiere
12625 MHz horizontal DSR
12658 MHz vertikal Digital-TV-Test

1997

Frequenz, Polarisation Sender
12524 MHz vertikal Telekom Fremdsprachenpaket (Euro D, ATV2, TV Polonia, ERT Sat, RTP Internacional, Zee TV)
12625 MHz horizontal DSR
12658 MHz vertikal Digital-TV-Test

1998 bis 2002

Da der Satellit nun endgültig nicht mehr für den Direktempfang von Bedeutung war, wurde auf einen Überblick verzichtet. Insgesamt dürften die Frequenzen nun mit den Digitalpaketen der Telekom, diversen Feeds und SAT.1-Regionalsendungen belegt worden sein.


  1. http://de.wikipedia.org/wiki/DFS_Kopernikus